Da war kein Abschied
von Markus
Da war kein Abschied
kein „Ich seh dich wieder“
nur ein Moment
und danach… nie wieder
Kein erstes Wort
kein „Papa, bleib hier“
nur leere Räume
und ich steh noch immer vor der Tür
Alle reden von Erinnerungen
ich hab keine mit dir
nur Vorstellungen im Kopf
und die werden jedes Jahr mehr
Ich erfinde dein Lachen
deine Stimme, dein Gesicht
und hab gleichzeitig Angst,
dass es dich so gar nicht gibt
Ich halt an Dingen fest
die nie passiert sind
und genau das ist es
was mich jeden Tag zerreißt
Ich trauer nicht nur um dich
ich trauer um ein ganzes Leben
um all die kleinen Augenblicke
die uns keiner hat gegeben
Kein „Wie war dein Tag?“
kein Streit, kein Verzeih’n
nicht mal ein „Papa…“
das einmal nur mein war
Ich trauer nicht nur um dich
ich trauer um mich mit dir
Ich hab dich nicht verloren
wie man jemanden verliert
du warst da…
und wurdest mir einfach weggenommen
Ohne Chance
ohne Kampf
ohne dass ich dich festhalten konnte
Und das macht mich wahnsinnig
Weißt du, was das Schlimmste ist?
Nicht der Moment.
Nicht der Schmerz damals.
Sondern…
dass die Welt einfach weitergemacht hat.
Als wär nichts gewesen.
Als wärst du nichts gewesen.
Aber du warst alles.
Ich bin noch dein Vater
auch ohne ein einziges Jahr
hab dich geliebt, bevor du gingst
und lieb dich immer noch – sogar
Und vielleicht ist das das Grausamste
und gleichzeitig das Einzige, was bleibt:
Ich hab dich ein Leben lang vermisst…
ohne dich je gekannt zu haben
Gedanken zum Beitrag von Markus
Hier sammeln sich Worte der Erinnerung, des Mitgefühls und der Verbundenheit. Wenn du spürst, dass du etwas hinzufügen möchtest, bist du herzlich eingeladen, deine Gedanken zu teilen.
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