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Worte der Erinnerung

Digitaler Gedenkraum

Manche Erinnerungen brauchen einen Ort. Einen, an dem Worte leuchten – und Geschichten nicht verloren gehen. Nimm dir Zeit zum Lesen und Innehalten. Und wenn es sich für dich richtig anfühlt, teile hier deine eigenen Worte, Briefe, Gedichte oder Erinnerungen.

von Markus

Da war kein Abschied
kein „Ich seh dich wieder“
nur ein Moment
und danach… nie wieder
Kein erstes Wort
kein „Papa, bleib hier“
nur leere Räume
und ich steh noch immer vor der Tür

Alle reden von Erinnerungen
ich hab keine mit dir
nur Vorstellungen im Kopf
und die werden jedes Jahr mehr
Ich erfinde dein Lachen
deine Stimme, dein Gesicht
und hab gleichzeitig Angst,
dass es dich so gar nicht gibt

Ich halt an Dingen fest
die nie passiert sind
und genau das ist es
was mich jeden Tag zerreißt

Ich trauer nicht nur um dich
ich trauer um ein ganzes Leben
um all die kleinen Augenblicke
die uns keiner hat gegeben
Kein „Wie war dein Tag?“
kein Streit, kein Verzeih’n
nicht mal ein „Papa…“
das einmal nur mein war
Ich trauer nicht nur um dich
ich trauer um mich mit dir

Ich hab dich nicht verloren
wie man jemanden verliert
du warst da…
und wurdest mir einfach weggenommen
Ohne Chance
ohne Kampf
ohne dass ich dich festhalten konnte
Und das macht mich wahnsinnig

Weißt du, was das Schlimmste ist?
Nicht der Moment.
Nicht der Schmerz damals.
Sondern…
dass die Welt einfach weitergemacht hat.
Als wär nichts gewesen.
Als wärst du nichts gewesen.

Aber du warst alles.

Ich bin noch dein Vater
auch ohne ein einziges Jahr
hab dich geliebt, bevor du gingst
und lieb dich immer noch – sogar
Und vielleicht ist das das Grausamste
und gleichzeitig das Einzige, was bleibt:
Ich hab dich ein Leben lang vermisst…
ohne dich je gekannt zu haben

von Sille

Lieber Sohni,
Vergangen nicht, verwandelt ist, was war schrieb Rainer Maria Rilke.
Ein Jahr ohne dich ist vergangen und doch erinnern uns Gefühle, Gedanken, Augenblicke und Bilder an Dich.
Wir werden die NIE vergessen.
Du bist in meinem Kopf, in meinem Herzen und in meiner Seele.
Deine Mama

von Maria

So jung, so schlau, so talentiert, keiner der jemals so kreiert. Pure Unschuld, so voller Liebe, auf ewig im Herzen deiner Familie. Mio Fragen, ein Meer aus Tränen, deiner Schwester nichts erwähnen. Beten, du seist am besseren Ort, dein herzliches Lachen für immer fort. Tiefe Trauer, endlose Liebe zu dir, Stephan bitte bleib bei mir!

von Diane Kesten

Engel im Himmel in den unendlichen Weiten unsterblich als geformte inklusive ungeformte Materie inklusive Atome in der alleralleraller größten Vergrößerung im Nanobereich in unserem bis dato erforschten Weltall im Universum werden wird dich immer lieben unser ,,Engel im Himmel“

༒︎ 𝟷𝟽.𝟶𝟷.𝟸𝟶𝟷𝟾
ℜ𝔲𝔥𝔢 𝔦𝔫 𝔉𝔯𝔦𝔢𝔡𝔢𝔫 𝔖𝔱𝔢𝔯𝔫𝔢𝔫𝔨𝔦𝔫𝔡
𝐾. 𝑒𝑠𝑡𝑒𝑛
𝐴. 𝑛𝑔𝑒𝑙𝑜
𝑅. 𝑎𝑝ℎ𝑎𝑒𝑙
𝑀. 𝑖𝑐ℎ𝑎𝑒𝑙
𝐴. 𝑠𝑙𝑎𝑛

„In Liebe“
Deine Mama Diane
& Dein Papa Martin

von Alisa

Trauer ist wie eine Libelle,
die auf die schnelle in die Grelle der Sonne fliegt.
Sie will ins Helle, doch da ist so viel, das an ihrem Körper zieht.

So viel Schwere, sie blickt ins Leere, wechselt ihren Kurs und schreit bei ihrem Sturz: „Merkt denn keiner, dass ich in die Tiefe fliege?! Dass ich mich für euch verbiege und immer weiter Richtung Abgrund schiebe?“
Ihr Schmerz ist voller Liebe, die sie kaum aushalten kann
Denn das Herz, dass sie einst gewann, wird nie mehr schlagen.
Das kann sie kaum ertragen, drum muss sie klagen.

Da fällt ihr Blick auf ein Netz aus Glitzer, das sie umgibt. Es ist voller bunter Spritzer. Es sind ihre eigenen gläsernen Schwingen, die sie durch die Winde bringen, immer weiter voran und ihre Flügelfacetten ziehen sie in ihren Bann.

Da schillert Hoffnung und gleichermaßen Schmerz, da ist die Öffnung für Neues von ihrem bebenden Herz. Da funkelt in einer aufbrausenden Flut tosende Wut, doch eine Facette zeigt auch kraftvollen Mut. Es blitzt das Unrecht und die Fassungslosigkeit auf, der Alltag wirkt langsam wieder echt und nimmt zäh seinen Lauf.

Da reflektiert die Erinnerung in tausenden Farben, es gibt feine Risse und auch verheilte Narben.

Und zwischen all den Linien, die sich durch ihre Flügel ziehen und die Facetten verbinden, kann sie Trauer finden.

Und diese tausenden Facettenverbindungen tragen sie nun durch die Luft und bewirken alle pulsierenden Empfindungen, manche noch unbekannt. Sie stärken das Band zu dem was wertvoll war und immer bleibt und mit der Zeit schlagen die Flügel immer doller, immer kraftvoller und Erinnern an die Vergangenheit.

von NovaLisa

Man sagt, Zeit heilt Wunden.
Bullshit.
Zeit macht nur, dass man lernt,
mit den Narben zu laufen,
ohne ständig hinzufallen.
Aber sie brennen trotzdem,
wenn man im falschen Moment stolpert.

Früher hatten wir diesen geheimen Code,
ein Blick – und ich wusste:
„Ja, wir sagen Mama nichts.“
Früher waren unsere Zimmer durch Wände getrennt,
jetzt sind es Welten.
Dein Bett ist immer noch gemacht.
Dein Hoodie hängt noch an der Türklinke.
Manchmal setz ich mich rein,
schließ die Augen
und atme so tief,
als könnte ich dich zurückholen,
nur weil dein Geruch noch nicht
gegangen ist.

In der Schule fragen sie:
„Wie geht’s dir?“
Ich sag: „Gut.“
Weil „Gut“ passt in eine Pause zwischen
Mathe und Englisch.
„Scheiße“ passt nicht in den Stundenplan.

Leute denken, Trauer ist schwarz.
Nein.
Meine ist bunt.
Mal ist sie grau wie Regen,
mal rot wie Wut,
mal gelb wie der Sonnenuntergang,
den du nicht mehr siehst.
Und manchmal ist sie durchsichtig,
so dass keiner merkt, dass sie da ist –
außer mir.

Zwischen uns liegt ein Zimmer, das leer ist.

Dein Beitrag zum digitalen Gedenkraum

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